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Tünnesse

Kein Verein wie alle anderen …

Umzug in Deidenberg – Löwe und Afrikanerin.  Der entscheidende Unterschied zu den übrigen Karnevalsgesellschaften zwischen Bütgenbach und Reuland ist bereits auf der Bühne hörbar: Denn bei den „Degdeberjer Tünnesse“ heißt es nicht wie andernorts „Alaaf“, sondern „Helau“. Mit anderen Worten: Bei der Suche nach dem passenden jecken Gruß wurden die „Tünnesse“ bei ihrer Gründung vor über fünzig Jahren nicht in Köln, sondern in Mainz fündig.
Dennoch fühlt sich die Karnevalsgesellschaft, die offiziell am 10. November 1964 aus der Taufe gehoben wurde, dem rheinischen Karneval verbunden – wie besonders auch die Namensgebung unterstreicht. Immerhin ist der „Tünnes“ eine typisch kölsche Figur, historisch verewigt im Duo der Originale „Tünnes un Schäl“. Auch ansonsten werden im Deidenberger Karneval die Kölner Traditionen gepflegt, selbst wenn es bei den „Tünnesse“ keinen Prinzen gibt. Doch es geht auch ohne, wie die Gesellschaft besonders in jüngerer Vergangenheit nachdrücklich bewiesen hat.

Wichtigste Trumpfkarte zur Umsetzung des Mottos „Humor mit Herz“ ist seit 1993 die vereinseigene Halle, womit das Nomadentum vom viel zu kleinen und restlos überfüllten örtlichen Saal über das mit hohem technischem Aufwand beheizte Zelt bis zur leer geräumten Werkhalle eines KG-Mitgliedes nach knapp dreißig Jahren endlich ein Ende hatte. Seither hat sich die Festhalle „Zum Tünnes“ nicht nur zum karnevalistischen Treff gemausert, sondern ist in der gesamten Eifel und zwischenzeitlich auch darüber hinaus zu einer geschätzten Adresse für Veranstaltungen aller Art geworden, angefangen bei Disco und Schlagerparty über Theateraufführung und Oktoberfest bis hin zu Firmenpräsentation und Konzert.

In der „Fünften Jahreszeit“ haben jedoch die Narren das Sagen zur Halbach, so der Standort der Festhalle „Zum Tünnes“, wohin die KG jeweils eine Woche vor Karneval zur Wochen im voraus ausverkauften Kappen- und Kindersitzung lädt. Zwei Sitzungen, die seit jeher mit eigenen Kräften bestritten werden (darunter auch die 1980 gegründete Tanzgruppe „The Red Steppers“) – worauf die „Tünnesse“ sicher zu Recht stolz sind und was unbestritten für die jecke Begeisterung in dem 444-Seelen-Ort spricht.

Kein Wunder also, dass auch beim schmucken Umzug an Karnevalssonntag mit mittlerweile mehr als tausend Teilnehmern aus der gesamten Eifel stets Groß und Klein auf den Beinen sind, ehe die Festhalle mit angegliedertem Zelt anschließend bei der jecksten Party des Jahres bis weit nach Mitternacht zum Tollhaus wird.